Moed Katan 36

Kapitel 36

א הספרים הני אין כלי פשתן לא
1 und Barbiertücher. Nur diese, nicht aber Linnenzeug!?
ב אמר ליה אביי מתני' אפילו דשאר מיני אמר בר הידיא לדידי חזי לי ימה של טבריה דמפקי לה משיכלי דמני כיתנא בחולא דמועדא
2 Abajje erwiderte ihm: Unsere Mišna [lehrt], diese auch aus anderen Stoffarten. Bar Hedja erzählte: Ich sah, daß man aus dem See von Tiberias am Halbfeste ganze Becken mit Linnenzeug herausholte.
ג מתקיף לה אביי מאן לימא לן דברצון חכמים עבדי דלמא שלא ברצון חכמים עבדי:
3 Abajje entgegnete: Wer sagt, daß sie es mit Zustimmung der Weisen taten, vielleicht taten sie es ohne Zustimmung der Weisen!?
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> ואלו כותבין במועד קדושי נשים וגיטין ושוברין דייתיקי מתנה ופרוזבולין איגרות שום ואיגרות מזון
4 <b>F</b><small>OLGENDES DARF MAN AM</small> H<small>ALBFESTE SCHREIBEN:</small> T<small>RAUSCHEINE,</small> S<small>CHEIDEBRIEFE,</small> Q<small>UITTUNGEN,</small> V<small>ERMÄCHTNISSE,</small> S<small>CHENKUNGSURKUNDEN,</small> P<small>ROSBULE</small>, S<small>CHÄTZUNGSURKUNDEN</small>, A<small>LIMENTATIONSSCHEINE</small>,
ה שטרי חליצה ומיאונים ושטרי בירורין גזרות בית דין ואיגרות של רשות:
5 Ḥ<small>ALIÇÀBRIEFE</small>, W<small>EIGERUNGSERKLÄRUNGEN</small>, W<small>AHLBRIEFE</small>, G<small>ERICHTSVERFÜGUNGEN UND</small> E<small>RLASSE DER</small> O<small>BRIGKEIT</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר שמואל מותר לארס אשה בחולו של מועד שמא יקדמנו אחר לימא מסייע ליה ואלו כותבין במועד קדושי נשים
6 GEMARA. Šemuél sagte: Man darf sich am Halbfeste eine Frau antrauen, weil ein anderer ihm zuvorkommen kann. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Folgendes darf man am Halbfeste schreiben: Trauscheine.
ז מאי לאו שטרי קדושין ממש לא שטרי פסיקתא וכדרב גידל אמר רב
7 Doch wohl Verlobungsscheine. – Nein, Eheverträge. Dies nach R. Gidel im Namen Rabhs,
ח דאמר רב גידל אמר רב כמה אתה נותן לבנך כך וכך כמה אתה נותן לבתך כך וכך עמדו וקדשו קנו הן הן הדברים הנקנין באמירה
8 denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs: ‘Wieviel gibst du deinem Sohne mit?’ – ‘So und so viel. Wieviel gibst du deiner Tochter mit?’ – ‘So und so viel.’ Wenn sie dann die Verlobung vollziehen, so ist esperfekt. Dies gehört zu den Dingen, die durch Worte perfekt werden. –
ט לימא מסייע ליה אין נושאין נשים במועד לא בתולות ולא אלמנות ולא מיבמין מפני ששמחה היא לו הא לארס שרי
9 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf am Halbfeste keine Frau heiraten, weder eine Jungfrau noch eine Witwe, auch nicht die Schwagerehe vollziehen, weil dies eine Freude für ihn ist. Die Antrauung ist also erlaubt. –
י לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא לארס דלא קעביד מצוה אלא אפילו לישא נמי דקא עביד מצוה אסור
10 Dies ist selbstverständlich [verboten]; selbstverständlich sich nicht verloben, da man damit kein Gebot ausübt, aber sogar heiraten, womit man ein Gebot ausübt, ist verboten. –
יא תא שמע דתנא דבי שמואל מארסין אבל לא כונסין ואין עושין סעודת אירוסין ולא מיבמין מפני ששמחה היא לו ש"מ
11 Komm und höre: In der Schule Šemuéls wurde gelehrt. Man darf sich verloben, jedoch nicht heiraten, kein Verlobungsmahl veranstalten und die Schwagerehe nicht vollziehen, weil dies eine Freude für ihn ist. Schließe hieraus. –
יב ומי אמר שמואל שמא יקדמנו אחר והאמר רב יהודה אמר שמואל בכל יום ויום בת קול יוצאת ואומרת בת פלוני לפלוני שדה פלוני לפלוני
12 Kann Šemuél denn begründet haben: weil ein anderer ihm zuvorkommen kann, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, daß täglich eine Hallstimme ertöne und rufe: Die Tochter von diesem für jenen, das Feld von diesem für jenen!? –
יג אלא שמא יקדמנו אחר ברחמים
13 Vielmehr, weil ein anderer durch Gebet zuvorkommen kann.
יד כי הא דרבא שמעיה לההוא גברא דבעי רחמי ואמר תזדמן לי פלניתא א"ל לא תיבעי רחמי הכי אי חזיא לך לא אזלא מינך ואי לא כפרת בה' בתר הכי שמעיה דקאמר או איהו לימות מקמה או איהי תמות מקמיה א"ל לאו אמינא לך לא תיבעי עלה דמילתא
14 So hörte Raba einst jemand beten, daß ihm Jene beschert werde. Da sprach er zu ihm: Du darfst eine solche Bitte nicht richten; ist sie dir bestimmt, so wird sie dir nicht fortkommen, wenn aber nicht, so verleugnest du sie. Darauf bat er, daß er früher als sie oder sie früher als er sterben möge. Da sprach er zu ihm: Sagte ich dir etwa nicht, daß du in dieser Angelegenheit nichts bitten sollst!?
טו הכי אמר רב משום רבי ראובן בן אצטרובילי מן התורה ומן הנביאים ומן הכתובים מה' אשה לאיש מן התורה דכתיב (בראשית כד, נ) ויען לבן ובתואל ויאמרו מה' יצא הדבר מן הנביאים דכתיב (שופטים יד, ד) ואביו ואמו לא ידעו כי מה' היא מן הכתובים דכתיב (משלי יט, יד) בית והון נחלת אבות ומה' אשה משכלת
15 Rabh sagte im Namen des R. Reúben b. Istrobili: Aus der Tora, den Propheten und den Hagiographen [ist zu entnehmen], daß die Frau dem Manne von Gott zugeteilt werde. Aus der Tora, denn es heißt: <i>Laban und Bethuél sprachen: Wenn die Sache von Gott bestimmt ist</i>. Aus den Propheten, denn es heißt: <i>sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es eine Fügung Gottes war</i>. Aus den Hagiographen, denn es heißt: <i>Haus und Habe erbt man von den Vätern, aber von dem Herrn kommt ein verständiges Weib</i>.
טז ואמר רב משום רבי ראובן בן אצטרובילי ואמרי לה במתניתא תנא א"ר ראובן בן אצטרובילי אין אדם נחשד בדבר אלא א"כ עשאו ואם לא עשה כולו עשה מקצתו ואם לא עשה מקצתו הרהר בלבו לעשותו ואם לא הרהר בלבו לעשותו ראה אחרים שעשו ושמח
16 Ferner sagte Rabh im Namen des R. Reúben b. Istrobili, und wie manche sagen, lehrte es R. Reúben b. Istrobili in einer Barajtha: Niemand wird verdächtigt, wenn er [die Tat] nicht begangen hat. Hat er sie nicht ganz begangen, so hat er sie zum Teil begangen; hat er sie auch nicht zum Teil begangen, so hat er sie zu begehen im Herzen gedacht; hat er sie zu begehen auch nicht im Herzen gedacht, so sah er andere sie begehen und freute sich darüber.
יז מתיב רבי יעקב (מלכים ב יז, ט) ויחפאו בני ישראל דברים אשר לא כן על ה' אלהיהם התם להכעיס הוא דעבוד
17 R. Ja͑qob wandte ein: <i>und die Kinder Jisraél erdichteten unwahre Dinge wider den Herrn, ihren Gott</i>!? – Sie taten es nur, um ihn zu erzürnen.
יח תא שמע (תהלים קו, טז) ויקנאו למשה במחנה לאהרן קדוש ה' רב שמואל בר יצחק אמר מלמד שכל אחד קינא לאשתו ממשה התם משום שנאה הוא דעבוד
18 Komm und <i>höre</i>: <i>Und sie wurden eifersüchtig auf Moše im Lager, auf Ahron, den Heiligen Gottes</i>, und R. Šemuél b. Jiçḥaq erklärte, jeder habe seine Frau mit Moše verdächtigt!? – Sie taten es nur aus Gehässigkeit. –
יט ת"ש אמר רבי יוסי יהא חלקי עם מי שחושדין אותו בדבר ואין בו ואמר רב פפא לדידי חשדון ולא הוה בי
19 Komm und höre: R. Jose sagte: Mein Anteil möge mit denen sein, die man unschuldig verdächtigt. Ferner erzählte R. Papa, man habe ihn unschuldig verdächtigt!? –
כ לא קשיא הא בקלא דפסיק הא בקלא דלא פסיק וקלא דלא פסיק עד כמה אמר אביי אמרה לי אם דומי דמתא יומא ופלגא
20 Das ist kein Einwand; das eine, wenn das Gerücht aufhört, und das andere, wenn das Gerücht nicht aufhört. – Wie lange muß das Gerücht anhalten? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir, die Nachrede in der Stadt anderthalb Tage.
כא והני מילי דלא פסק ביני ביני אבל פסק ביני ביני לית לן בה וכי פסק ביני ביני לא אמרן אלא דלא פסק מחמת יראה אבל פסק מחמת יראה לא
21 Dies nur dann, wenn es nicht inzwischen unterbrochen wird, wenn es aber inzwischen unterbrochen wird, so ist nichts daran. Jedoch nur, wenn es nicht aus Furcht unterbrochen wird, wenn es aber aus Furcht unterbrochen wird, so ist dies nichts.
כב ולא אמרן אלא דלא הדר נבט אבל הדר נבט לא ולא אמרן אלא דלית ליה אויבים אבל אית ליה אויבים אויבים הוא דאפקוה לקלא:
22 Auch nur dann, wenn es nicht wieder auf taucht, nicht aber, wenn es wieder auftaucht. Auch nur dann, wenn er keine Feinde hat, wenn er aber Feinde hat, so haben diese das Gerücht verbreitet.
כג <big><strong>מתני׳</strong></big> אין כותבין שטרי חוב במועד ואם אינו מאמינו או שאין לו מה יאכל הרי זה יכתוב
23 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> S<small>CHULDSCHEINE SCHREIBEN; WENN ER IHM ABER NICHT TRAUT, UND WENN ER NICHTS ZU ESSEN HAT, SO SCHREIBE ER</small>.
כד אין כותבין ספרים תפילין ומזוזות במועד ואין מגיהין אות אחת אפילו בספר עזרא רבי יהודה אומר כותב אדם תפילין ומזוזות לעצמו
24 M<small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> T<small>ORAROLLEN</small>, T<small>EPHILLIN ODER</small> M<small>EZUZOTH SCHREIBEN</small>. M<small>AN DARF KEINEN</small> B<small>UCHSTABEN KORRIGIEREN, NICHT EINMAL IM</small> E<small>XEMPLAR DES</small> T<small>EMPELS</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, MAN DÜRFE FÜR SICH SELBST</small> T<small>EPHILLIN UND</small> M<small>EZUZOTH SCHREIBEN, SOWIE FÜR SICH SELBST AUF DEM</small> S<small>CHOSSE</small><small></small>